Tierversuche sind auf dem langen Weg zu neuen Medikamenten in vielen Fällen noch unerlässlich. Die Interpharma-Mitgliedsfirmen haben sich zum Ziel gesetzt, diesen sensiblen Teilbereich der Forschung mit grösster Verantwortung zu behandeln und sicherzustellen, dass der Tierschutz höchsten Ansprüchen genügt. In der Schweiz kommt eine der weltweit striktesten Tierschutzgesetzgebungen zur Anwendung. Mit der 2010 ins Leben gerufenen Animal Welfare Charta verpflichten sich die in der Schweiz forschenden Interpharma-Mitgliedsfirmen, diese hohen Standards national und international weiter zu fördern.

3R-Forschung – nationales Kompetenzzentrum entsteht

Das Prinzip der 3R – Reduction (Reduzierung), Refinement (Verbesserung) und Replacement (Ersatz von Tierstudien) – wird von der Industrie seit Jahren konsequent umgesetzt. Unsere Mitgliedsfirmen verfügen über wertvolles Know-how und jahrelange Erfahrungen im Bereich der anwendungsorientierten und zielgerichteten 3R-Forschung. Diese Expertise möchten Sie auch bei der Gestaltung des neuen nationalen 3R-Kompetenzzentrums einfliessen lassen. Im Frühjahr 2016 hat swissuniversities vom Bund das Mandat erhalten, die Struktur und das Aufgabengebiet des 3R-Kompetenzzentrums auszuarbeiten. Interpharma ist zusammen mit anderen Interessensvertretern aus Akademie und Behörden in der Arbeitsgruppe und verschiedenen Subgruppen aktiv. Die Umsetzung eines solchen Zentrums soll bis Ende 2017/Anfang 2018 abgeschlossen sein.

Gemeinsame Audits – Austausch fördern

Seit 2014 werden bei Züchterfirmen, von denen einige der Interpharma-Mitgliedsfirmen Tiere beziehen, regelmässig gemeinsame Audits vorgenommen. Diese Audits dienen dem Ziel, eventuelle Mängel im Tierschutzbereich frühzeitig zu entdecken und partnerschaftlich Verbesserungen zu realisieren. Die Audits prüfen die optimale Umsetzung der gesetzlichen Mindestvorgaben und möchten darüber hinausgehende Bemühungen zur Implementierung von 3R verbessern.

2016 wurden insgesamt drei Audits im europäischen Ausland durchgeführt. Die Auditergebnisse werden innerhalb der Mitgliedsfirmen gemeinsam genutzt und vertraulich behandelt. Ein Auditprozess ist sehr komplex und erfordert von allen Seiten fundiertes Detailwissen zu gesetzlichen Regelungen und tierhaltungsspezifischen Anforderungen. Beim eigentlichen Audit inspiziert das Interpharma-Auditkomitee (in der Regel Vertreter von zwei bis drei Interpharma-Mitgliedsfirmen) die individuellen Tierhaltungseinrichtungen und trifft sowohl die Tierpfleger vor Ort als auch die zuständigen Tierärzte. Die gemeinsame Checkliste umfasst rund 200 Fragen.

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