Tierversuche sind auf dem langen Weg zu neuen Medikamenten in vielen Fällen noch unerlässlich. Die Interpharma-Mitgliedsfirmen haben sich zum Ziel gesetzt, diesen sensiblen Teilbereich der Forschung mit grösster Verantwortung zu behandeln und sicherzustellen, dass der Tierschutz höchsten Ansprüchen genügt. In der Schweiz kommt eine der weltweit striktesten Tierschutzgesetzgebungen zur Anwendung. Mit der 2010 ins Leben gerufenen Animal Welfare Charta verpflichten sich die in der Schweiz forschenden Interpharma-Mitgliedsfirmen, diese hohen Standards national und international weiter zu fördern. Im jährlich erscheinenden Jahresbericht sind die Aktivitäten und Errungenschaften der Mitgliedsfirmen im Bereich Tierschutz und 3R aufgearbeitet.

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3R-FORSCHUNG – Nationales Kompetenzzentrum entsteht

Das Prinzip der 3R – Reduction (Reduzierung), Refinement (Verbesserung) und Replacement (Ersatz von Tierstudien) – wird von der Industrie seit Jahren konsequent umgesetzt. Unsere Mitgliedsfirmen verfügen über wertvolles Know-how und jahrelange Erfahrungen im Bereich der anwendungsorientierten und zielgerichteten 3R-Forschung. Diese Expertise möchten sie beim neu entstandenen 3R-Kompetenzzentrums (3RCC) einfliessen lassen. Das 3RCC ist als Verein organisiert, der seit dem Frühjahr 2018 an der Universität Bern angesiedelt ist. Neben elf Hochschulen beteiligen sich Interpharma, der Schweizer Tierschutz (STS) sowie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärmedizin (BLV) am Zentrum. Das Ziel ist die gezielte Förderung von 3R-Forschungsprojekten und die nachhaltige Umsetzung der entsprechenden Ergebnisse in Zusammenarbeit mit der Industrie und den Hochschulen. Zudem soll das Zentrum Dienstleistungen für die Vollzugsbehörden, die Industrie und die Hochschulen im Bereich der Kommunikation und der 3R-Aus- und -Weiterbildung erbringen.


Gemeinsame Audits – Austausch fördern

Seit 2014 werden bei Züchterfirmen und externen Auftragsforschungsinstituten (CROs) regelmässig gemeinsame Audits durchgeführt. Diese Audits dienen dem Ziel, eventuelle Mängel im Tierschutzbereich frühzeitig zu entdecken und partnerschaftlich Verbesserungen zu realisieren. Die Audits prüfen die optimale Umsetzung der gesetzlichen Mindestvorgaben und möchten darüber hinaus Bemühungen zur Implementierung von 3R verbessern.

2018 wurden insgesamt vier Audits bei Tierzüchtern und CROs im europäischen Ausland durchgeführt. Die Auditergebnisse werden innerhalb der Mitgliedsfirmen gemeinsam genutzt und vertraulich behandelt. Ein Auditprozess ist sehr komplex und erfordert von allen Seiten fundiertes Detailwissen zu gesetzlichen Regelungen und tierhaltungsspezifischen Anforderungen. Beim eigentlichen Audit inspiziert das Interpharma-Auditkomitee (in der Regel Vertreter von zwei Interpharma-Mitgliedsfirmen) die individuellen Tierhaltungseinrichtungen und trifft sowohl die Tierpfleger vor Ort als auch die zuständigen Tierärzte. Die gemeinsame Audit-Checkliste umfasst rund 200 Fragen.