Die Schweiz ist als kleine Volkswirtschaft auf einen guten Marktzugang zur EU angewiesen, zumal über die Hälfte aller Schweizer Exporte nach Europa gehen. Auch von den Pharmaexporten gehen mehr als die Hälfte (55%) inandere europäische Länder. Die Bilateralen Verträge I haben den Marktzugang dank dem Abbau technischer Handelshemmnisse stark erleichtert. Auch das Abkommen über die Personenfreizügigkeit ist zentral, da für zahlreiche Branchen und speziell auch für die forschende Pharmaindustrie die Rekrutierung von Fachkräften jeder Stufe im EU-Raum, aber auch global, entscheidend ist. In der Schweiz allein ist das Arbeitskräftepotenzial dafür zu klein.

PRAGMATISCHE UMSETZUNG DER ZUWANDERUNGSINITIATIVE

Mit der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative (MEI) am 9. Februar 2014 stehen die Bilateralen Verträge als Gesamtes auf dem Spiel. Diese sind für die forschende Pharmaindustrie in der Schweiz entscheidend. Interpharma setzt sich für eine pragmatische MEI-Umsetzung ein, deren oberstes Ziel der Erhalt der Bilateralen I sein muss.

EUROPA-ROADSHOW

Trend Einschätzung der bilateralen Verträge, Umfrage von gfs.bern im Auftrag von Interpharma, Mai 2016.

Trend Einschätzung der bilateralen Verträge, Umfrage von gfs.bern im Auftrag von Interpharma, Mai 2016.

Parallel dazu will Interpharma den Puls der Bevölkerung zum Verhältnis Schweiz-EU fühlen und das Bewusstsein für die Bedeutung guter Beziehungen zu den europäischen Nachbarn stärken. In diesem Sinne hat Interpharma im April und Mai 2016 erneut eine repräsentative Umfrage zu den Beziehungen der Schweiz mit der EU beim Forschungsinstitut gfs.bern in Auftrag gegeben, über die in den Medien prominent berichtet wurde. Schon 2015 wurden zwei Befragungswellen durchgeführt, die ebenfalls in zahlreichen Medien aufgenommen wurden.

Zusätzlich hat Interpharma in Zusammenarbeit mit swissuniversities und kantonalen Handelskammern eine Roadshow gestartet, mit der sich die Pharmaindustrie und die Universitäten dem Dialog mit Stakeholdern und der interessierten Öffentlichkeit zu Themen rund um den Pharma- und Forschungsstandort Schweiz sowie zur Bedeutung der Bilateralen Verträge stellen. Dabei diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung die Wichtigkeit guter Beziehungen zu Europa. Erste Station war Luzern im September mit einem Stakeholderanlass. In Zürich fanden am 21. November sowohl ein Stakeholderanlass wie auch eine öffentliche Abendveranstaltung statt. Im kommenden Jahr werden weitere Anlässe in Solothurn, Zug, Lausanne und Freiburg folgen.