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INTERPHARMA-JAHRESBERICHT 2017


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INTERPHARMA-JAHRESBERICHT 2017


Die wichtigsten Themen 2017


 

Ausgewählte Kennzahlen 2017

Für die Gesamtschweiz

 

 

Peter Hug

Präsident

 
Peter Hug – Präsident der Interpharma © Valeriano Di Domenico
 

Interpharma und ihre Mitgliederfirmen möchten in Zukunft den Dialog mit Stakeholdern noch verstärken und im Rahmen einer Multi-Stakeholder Plattform Initiativen und Pilotprojekte entwickeln, um künftig allen Patientinnen und Patienten den Zugang zu innovativen Therapien sicherzustellen.

Die Medizin macht zurzeit grosse Fortschritte und so wird heute Krebs ganz anders behandelt als noch vor 20 Jahren: Es gelingt immer öfter, Krebserkrankungen sehr gezielt zu behandeln und immer häufiger wird für die Behandlung eine Kombination von verschiedenen Medikamenten eingesetzt. Bei manchen Krebsarten sind die Überlebenschancen dank besserer Diagnostik und wirksamerer, neuer Medikamente deutlich gestiegen. Verschiedene Krebsleiden werden zudem mit den neuen Therapieoptionen immer mehr zu einer chronischen Krankheit und damit kontrollierbar.

Der Trend in der Erforschung und Behandlung von Krebs geht hin zu massgeschneiderten Therapien je nach Stadium der Erkrankung und genetischem Subtyp. Die neuen Medikamente werden zudem verstärkt in Kombination eingesetzt, wobei der Nutzen eines Medikaments je nach Indikation unterschiedlich sein kann, was für Behörden, Spitäler, Ärzte, Krankenversicherer und Pharmaindustrie sowie unser Preisfestsetzungssystem eine Herausforderung darstellt. Das bewährte Zulassungs- und Vergütungssystem benötigt mehr Flexibilität.

Interpharma und ihre Mitgliedfirmen haben früh den Dialog mit den Stakeholdern gesucht, um Lösungen und Ansätze zu diskutieren, wie künftig der rasche Zugang aller Patientinnen und Patienten zu den innovativen Therapien sichergestellt werden kann. Diesen Dialog möchten wir in Zukunft noch verstärken und im Rahmen einer Multi-Stakeholder Plattform Initiativen und Pilotprojekte entwickeln, die zu einer nachhaltigen Weiterentwicklung des Schweizer Gesundheitssystems beitragen. Als Verband der forschenden Pharmafirmen der Schweiz sehen wir im verstärkten Austausch mit Stakeholdern eine Chance, um die Rahmenbedingungen lösungsorientiert weiterzuentwickeln und bestmögliche Behandlungsergebnisse für die Patientinnen und Patienten zu erzielen.

René Buholzer

Geschäftsführer

 
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Damit die Pharmaindustrie auch künftig eine tragende Säule der Schweizer Wirtschaft bleibt und auch weiterhin andere Branchen von der Pharmaindustrie profitieren können, gilt es, den guten Rahmenbedingungen und insbesondere den geregelten Beziehungen mit der EU Sorge zu tragen.

Die pharmazeutische Industrie war in den vergangenen Jahren der wichtigste Wachstumstreiber für den Industriestandort Schweiz und hat dadurch massgeblich zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum beigetragen. Rund ein Fünftel des realen BIP-Wachstums der Schweiz ging auf das Konto der Pharmaindustrie.

Die Zahl der Stellen direkt in der Pharmaindustrie hat sich in den vergangenen zehn Jahren um 12 000 Arbeitsplätze erhöht, während gleichzeitig rund 16 500 Stellen in anderen Industriebranchen abgebaut wurden. Über 43 000 Mitarbeitende sind im Jahr 2016 bei Schweizer Pharmaunternehmen beschäftigt. Bei den 24 Interpharma Mitgliedsfirmen sind rund 38 600 Mitarbeitende tätig. An den verschiedenen Schweizer Standorten in 18 Kantonen arbeiten sie in der Forschung und Entwicklung, in der Produktion oder am Unternehmenssitz. Pro Arbeitsplatz in der Pharmaindustrie wird rund viermal so viel Wertschöpfung erzielt wie im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.

Von der wirtschaftlichen Tätigkeit der Pharmaindustrie profitieren auch andere Branchen. So fallen auf jeden Franken Wertschöpfung, den die Pharmaindustrie generiert, durch Aufträge für Zulieferbetriebe weitere 70 Rappen an Wertschöpfung in anderen Schweizer Branchen an. Direkt und indirekt ergibt sich ein Wertschöpfungsbeitrag von 49.6 Milliarden Franken oder knapp acht Prozent der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung. Und mit jedem Arbeitsplatz in der Pharmaindustrie entstehen zusätzlich 3.2 Vollzeitstellen in Unternehmen anderer Branchen.

Die Pharmaindustrie bekennt sich zum Standort Schweiz, steht aber auch vor Herausforderungen. Neben dem anhaltenden starken Druck auf die Medikamentenpreise gilt die Sorge dem Erhalt von attraktiven Rahmenbedingungen. Dazu zählen insbesondere der unbürokratische Zugang zu wichtigen Exportmärkten, die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, die Sicherstellung der Exzellenz des schweizerischen Forschungsplatzes sowie eine wettbewerbsfähige Unternehmensbesteuerung. Für die Pharmabranche, die 51 Prozent ihrer Produkte in die Europäische Union exportiert, sind insbesondere geregelte Beziehungen mit der EU zentral. Damit die Pharmaindustrie auch künftig eine tragende Säule der Schweizer Wirtschaft bleibt und auch weiterhin andere Branchen von der Pharmaindustrie profitieren können, gilt es, den guten Rahmenbedingungen Sorge zu tragen.