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Das erste Kostendämpfungspaket des Eidg. Departement des Innern setzt einseitig bei den Kosten an und enthält keine Ansätze für die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems. Warum jetzt, in einer Periode mit vielen, teilweise bedeutenden Innovationen, dringender Handlungsbedarf auf der Kostenseite bestehen soll, wird im Kostendämpfungspaket 1 nicht weiter ausgeführt. Das Wachstum der Gesundheitsausgaben in Relation zur Entwicklung des Bruttoinlandprodukts entspricht in der Schweiz zudem der Entwicklung in anderen, wohlhabenderen OECD-Ländern und liegt hinter demjenigen in Frankreich, Schweden, Deutschland und den Niederlanden. Interpharma vertritt deshalb mit vielen anderen Akteuren den Standpunkt, dass der Problem- und Handlungsdruck im Gesundheitswesen weniger aus dem Kostenwachstum per se entsteht, als vielmehr durch die ungleiche Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen.

Was die Vorlage betrifft, so unterstützt Interpharma drei Massnahmen im Grundsatz, fordert jedoch Korrekturen hin zur Qualitätsorientierung. So ist der vorgeschlagene Experimentierartikel sinnvoll, der Geltungsbereich für Pilotprojekte muss aber offen gehalten und der Adressatenkreis auf die Industrie und weitere Akteure erweitert werden. Wichtig wäre gerade auch die Durchführung von Projekten, welche die Qualität und Effizienz der Leistungen erhöhen, wie sie die Pharmabranche in Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren mit der Multistakeholder-Plattform santeneXt fördern will.

 Das Referenzpreissystem ist in der vorliegenden Form nicht akzeptabel und Bedarf verschiedener Änderungen. Klar ist: Originalpräparate mit abgelaufenen Patenten wären im «Referenzpreis-Marktsegment» mit einem Anteil von etwa 50% vertreten. Somit würde die forschende Pharmaindustrie im Rahmen des Referenzpreissystems mit Originalpräparaten mit über 50 Prozent zur Kosteneindämmung beitragen. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Arbeitsgruppen hat Interpharma konkrete Bedingungen definiert, unter welchen ein Referenzpreissystem bei Arzneimitteln akzeptabel wäre. Interpharma hat die Vernehmlassungsantwort am 13. Dezember eingereicht und eine Medienmitteilung dazu publiziert. Beide Dokumente sind auf der Website verfügbar.

Ein zweites Kostendämpfungspaket, das verschiedene Massnahmen im Medikamentenbereich enthalten soll, wird voraussichtlich Ende 2019 in die Vernehmlassung geschickt.