Seit dem 1. März 2017 sind die Verordnungsänderungen für ein neues Preisfestsetzungssystem in Kraft. Seither werden der Auslandpreisvergleich (APV) und der therapeutische Quervergleich (TQV) sowohl bei der Erstaufnahme in die Spezialitätenliste wie auch bei den dreijährlichen Preisüberprüfungen und bei Patentablauf gleich gewichtet. Interpharma begrüsst grundsätzlich die stärkere Gewichtung des Nutzens. In der Praxis erweist sich aber der TQV bisher als unberechenbar und zu wenig transparent. Interpharma steht im Dialog mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) darüber, wie der TQV durch zusätzliche Elemente berechenbarer gemacht werden kann.

Problematisch ist zudem, dass es gerade bei der Erstattung von innovativen, wirksameren Therapien vermehrt zu Verzögerungen kommt, was den Druck auf den Art. 71 erhöht. Interpharma setzt sich für Anpassungen bei den Prozessen ein (vgl. auch innovative Preismodelle und effiziente Verfahren).   

Dreijährliche Preisüberprüfung führt zu grossen Preissenkungen

Im 2017 hat das BAG die regulären, dreijährlichen Preisüberprüfungen wiederaufgenommen. Die Überprüfung von rund je einem Drittel aller kassenpflichtigen Medikamente in den Jahren 2017 und 2018 hat bisher insgesamt zu Einsparungen von rund 325 Millionen Franken geführt. Das ist massiv mehr als die vom BAG früher prognostizierten 180 Millionen Franken Einsparungen für die drei Preisüberprüfungsrunden 2017 – 2019. Die Preissenkungsrunde 2018 ist noch nicht vollständig abgeschlossen, so dass sich die Einsparungen noch erhöhen werden.  

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Zusätzliche, hohe Einsparungen aufgrund strikter BAG-Praxis

Zusätzlich zu den massiven Einsparungen aus der regulären Preisüberprüfungsgrunde hat das BAG aufgrund von ausserordentlichen Preisüberprüfungen allein in den Jahren 2016 und 2017 noch weitere Einsparungen in Höhe von 105 Millionen Franken (Publikumspreis) verfügt. Dies zeigen Berechnungen von Interpharma.